FilmrAIhe: zwei Kurzfilme handeln von Aspekten moderner Kriegsführung und deren psychologischer Komponente

FIND FIX FINISH

Der Dokumentarkurzfilm von Sylvain Cruiziat und Mila Zhluktenko taucht in die Geschichten von drei US-Drohnenpiloten ein, die nüchtern militärische Routine beschreiben, aber auch über die nahe Beziehung zu ihren Opfern berichten, die sie tage-, manchmal monatelang beobachten.

FIND FIX FINISH ist eine äußerst kluge und reflexive filmische Collage, die ihr Thema kunstvoll und eindringlich vermittelt.

Der Film von Florian Baron verbindet dokumentarische Luftaufnahmen, die in grandios ausgewählten Einstellungen an sich harmlose Vorgänge am Boden zeigen, mit einer Tonspur, auf der sich Aussagen von ehemaligen Drohnenpiloten finden. Die Piloten berichten von ihrem Job und von dem Gefühl, das sie beim Beobachten der potenziellen „Opfer“ hatten. Diese Mischung von distanzierter Professionalität und der Empathie für ein „Objekt“, dem sie durch die Überwachung doch sehr nahekommen, erweckt Spannung und lässt den Betrachter die Willkür der Bedrohung spüren, die eine Drohne nun einmal ausübt.

Joe Boots

Nach den Anschlägen von 9/11 zieht der damals 19-jährige Joe in den Irakkrieg. Als er zwei Jahre später nach Pittsburgh zurückkehrt, hat er mit tiefen, unsichtbaren Wunden zu kämpfen. Verwoben mit Bildern der vermeintlich heilen Welt Amerikas, blickt Joe Boots auf die Erlebnisse des Krieges zurück und schildert, wie er aus dem Trauma langsam zurück ins Leben findet.

Der Film verwebt Joes Erzählungen mit Bildern, die die brüchige heile Welt Amerikas zeigen. Dabei kommen für den Dokumentarfilm eher untypische Verfremdungstechniken wie Steadycam und Slow-Motion zum Einsatz. Sie erlauben es, Joes innere Konflikte sinnlich erfahrbar zu machen.

Die ZDF/3sat-Koproduktion „Ab 18! – Joe Boots“ gewann den Deutschen Menschenrechts-Filmpreis 2018 in der Kategorie Bester Kurzfilm und 2019 bei den Bamberger Kurzfilmtagen den Preis als Bester Dokumentarfilm.