Über uns

Wir, die Lobbygruppe

… sind ca. 12 Mitglieder, wovon knapp zehn sehr aktiv sind und sich an unseren 14-tägig stattfindenden Treffen beteiligen. Andere klinken sich nur hin und wieder in die Arbeit ein oder sind extern mit einer bestimmten Aufgabe betraut.

Die Amnesty International Lobbygruppe München (#1575) wurde im Jahr 2000 gegründet, bzw. wiederbelebt. Wir organisieren Konzerte, Lesungen, Filmabende und Theateraufführungen als Informations- und Benefizveranstaltungen für ai.

Während in der Anfangszeit die Gruppe zu einem guten Teil aus Schülern und Studenten bestand, ist das Durchschnittsalter mittlerweile etwas angestiegen – auf schätzungsweise Anfang-Mitte Dreißig.

Neben Studenten und Doktoranden ist ein Großteil unserer Mitglieder berufstätig: Beamte, Verlagsangestellte, Lehrer, Juristen, Unternehmensberater und Naturwissenschaftler. Freilich zählen wir immer noch zu den jüngeren Gruppen in München.

Amnesty’s Lobbygruppe 1575 aus München (2018). Klicke um zu vergrößern.

Unsere Themen umfassen, neben der politischen Lobbyarbeit natürlich klassische Amnesty Aufgaben, wie Petitionen und Briefe verschicken, Amnesty in der Öffentlichkeit sichtbar machen (z.B. mit einem Stand auf Konzerten/Festivals), Spenden zu sammeln (z.B. via Bücherflohmarkt) und anderes. Neue Ideen sind herzlich willkommen.

Wir treffen uns abwechselnd in Münchner Kneipen. Im Sommer verlagern wir die Treffen nicht selten in den Biergarten. Hin- und wieder – besonders nach erfolgreichen Aktionen – gehen wir auch mal außerhalb unserer Gruppenarbeit ein Bier trinken.

Ob „Zuagroast“ oder Ureinwohner – wir freuen uns über jeden Neuankömmling und hoffen, dein Interesse geweckt zu haben.

 

Wer ist Amnesty International?

Amnesty International (ai) ist eine weltweite, von Regierungen, politischen Parteien, Ideologien, Wirtschaftsinteressen und Religionen unabhängige Mitgliederorganisation. Auf Grundlage der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte wendet sich ai gegen schwer wiegende Verletzungen der Rechte eines jeden Menschen auf Meinungsfreiheit, auf Freiheit von Diskriminierung sowie auf körperliche und geistige Unversehrtheit. 1977 erhielt Amnesty International den Friedensnobelpreis. ai zählt mehr als 7 Millionen in über 150 Ländern, allein die deutsche Sektion (gegründet 1961) hat über 90.000 Mitglieder und Unterstützer.

Die Stärke von Amnesty liegt im freiwilligen Engagement von mehr als drei Millionen Menschen weltweit: Junge und Alte verschiedenster Nationalitäten und Kulturen beteiligen sich. Sie alle bringen unterschiedliche religiöse und politische Einstellungen und Lebenserfahrungen mit. Aber alle setzen ihre Kraft und Fantasie ein für eine Welt ohne Menschenrechtsverletzungen. Sie engagieren sich für die Opfer und unterstützen und schützen Menschenrechtsverteidiger. Jeder kann sich an unseren Aktionen beteiligen und Veränderungen bewirken.

 

Ein Toast auf die Freiheit – die Geschichte von Amnesty International

Vor mehr als 55 Jahren zündete Peter Benenson eine Kerze an und wusste damals noch nicht, dass dies der Beginn einer weltweiten Bewegung sein sollte. In West-Deutschland gehörte Gerd Ruge zu den Gründerinnen und Gründern der deutschen Amnesty-Sektion. Im Interview erinnert er sich an die ersten Jahren.

Schwerpunkt: Gewissengefangene. Von Anfang an setzte sich Amnesty für Einzelfälle ein – wie zum Beispiel für den in der DDR inhaftierten politischen Gefangenen Wolfgang Welsch.

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Am Anfang von Amnesty International steht ein Trinkspruch: Zwei portugiesische Studenten stoßen in einem Café in Lissabon auf die Freiheit an. Doch in den Sechzigerjahren herrscht in Portugal eine Diktatur, die keine Kritik duldet – die Erwähnung des Wortes „Freiheit“ ist verboten. Die zwei Studenten werden festgenommen und später zu sieben Jahren Haft verurteilt.

1.500 Kilometer entfernt fährt der 39-jährige Anwalt Peter Benenson im November 1960 mit der Londoner U-Bahn in seine Kanzlei, als er in der Zeitung eine Meldung über das Urteil gegen die beiden Portugiesen liest. Es ist nicht das erste Mal, dass er erfährt, dass Menschen wegen ihrer Gesinnung verfolgt und eingesperrt werden. Doch die Meldung aus Lissabon geht ihm nicht mehr aus dem Kopf. Benenson will nicht mehr länger über solches Unrecht lesen, er will etwas tun. Er weiß nur noch nicht, wie. Aufgewühlt läuft er durch die Straßen Londons. In der Kirche St. Martin in the Fields kommt ihm der Gedanke:

„Wenn eine einzelne Person protestiert, bewirkt das nur wenig, aber wenn es viele Leute gleichzeitig tun würden, könnte es einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen.“

Am 28. Mai 1961 veröffentlicht er in der Zeitung „The Observer“ den Artikel „The Forgotten Prisoners“, der mit den Worten beginnt: „Schlagen Sie Ihre Zeitung an irgendeinem beliebigen Tag auf, und Sie werden eine Meldung aus irgendeinem Teil der Welt lesen: Ein Mensch ist eingekerkert, gefoltert, hingerichtet worden, weil seine Ansichten oder religiösen Überzeugungen nicht mit denen der Regierung übereinstimmen.“ Benenson fordert die Leserinnen und Leser auf, mit Appellschreiben öffentlichen Druck auf die Regierungen zu machen und von ihnen die Freilassung politischer Gefangener zu fordern. Dieser „Appeal for Amnesty“ ist der Beginn von Amnesty International.

Die Resonanz ist überwältigend. 30 große Zeitungen in verschiedenen Ländern drucken den Artikel nach. Allein in den ersten Wochen melden sich mehr als Tausend interessierte Mitstreiterinnen und Mitstreiter. Im Juli 1961 wird beschlossen, die ursprünglich auf ein Jahr angelegte internationale Kampagne in eine feste Organisation zu verwandeln. Am Ende des Jahres gibt es Sektionen in West-Deutschland, Großbritannien, Irland, den Niederlanden, Belgien, Frankreich, Schweden, Norwegen, Australien und den USA. Im September 1962 wird auf dem internationalen Treffen in Brügge endgültig der Name „Amnesty International“ für die noch junge Organisation festgelegt.

Heute ist Amnesty eine weltweite Bewegung, die in über 150 Ländern vertreten ist. Über sieben Millionen Mitglieder, Unterstützerinnen und Unterstützer sowie Aktivistinnen und Aktivisten setzen sich dafür ein, dass auch 50 Jahre nach Benensons Appell die politischen Gefangenen dieser Welt nicht vergessen werden.

26. Februar 2019